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Unsere Loge und unser Logenhaus

 

 

In der Hansestadt arbeitete seit 1819 die Freimaurerloge „Zur Vaterlandsliebe“. Die Geschichte dieser Loge „Zur Vaterlandsliebe" und die Geschichte der schönen Hansestadt an der Ostsee mit der sehenswürdigen Backsteingotik ihrer Kirchen und den charakteristischen Giebeln der sorgfältig restaurierten Häuser sind eng miteinander verbunden; auch hinsichtlich der pädagogischen und kulturellen Wechselbeziehungen. Davon zeugen noch etliche Straßennamen und natürlich das Stadtarchiv. Einst unter dem Schutz der Großen Loge von Hamburg 1819 gestiftet, schloss sich die Loge „Zur Vaterlandsliebe" der Großen Loge von Preußen, genannt „Royal York zur Freundschaft", im Jahre 1926 an und musste 1935 die Lichter löschen.

Nachdem sich Brüder Freimaurer insbesondere aus Kiel, Lübeck, Hamburg und Berlin eingehend mit der Geschichte dieser Loge beschäftigt hatten, wurde die Loge neu als eingetragener Verein gegründet.

Bevor wir mit den baulichen Maßnahmen beginnen konnten, musste das eigentlich aus drei Häusern bestehende Haus erst einmal untersucht werden, ob es nicht Erhaltenswertes zu finden und zu konservieren gilt. Zu diesem Zweck wurde im Juli 2004 der Restaurator beauftragt, entsprechende Feststellungen und daraus resultierende Festlegungen zu treffen und vorzuschlagen.
Logenhaus

Was uns bisher vorlag, war eine Menge Daten aus dem Alten Stadtbuch (1677/80 - 1838) und den Adressbüchern des Stadtarchivs der Hansestadt Wismar. Damit begann die dort dokumentierte Geschichte des Hauses im Jahre 1634 mit dem ersten Eigentümer, einem Andreas Schulte. Die Jahreszahl „1634" prangte bis in die dreißiger Jahre auch an der Vorderfront des Hauses. Bilder aus der Zeit belegen dieses. Die Namensliste der Eigentümer/Nutzer zieht sich weiter bis ins Jahr 1876, in dem zum ersten Mal die Freimaurerloge „Zur Vaterlandsliebe" in Verbindung mit dem Haus erwähnt wird. Wir können also festhalten, dass seit diesem Zeitpunkt die „Vaterlandsliebe" die Geschicke des Hauses wesentlich mitbestimmte.

Logensiegel
Eine Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Loge „Zur Vaterlandsliebe" im Jahre 1919 gibt noch weitere Auskunft. Von dieser Schrift besteht zwischenzeitlich ein durch uns angefertigter Faksimile-Druck.

 

Links im Bild: Logensiegel

So wussten wir auch um die baulichen Veränderungen, insbesondere vom Umbau des Obergeschosses des westlichen Hauses im Jahre 1907 zum, wie es damals hieß, „Arbeitsaal". Übrigens war es auch eine Auflage des Denkmalsschutzes, diesen Saal in seinem Ursprung zu erhalten. Grundsätzlich sind hier historische Bauten zu erhalten, da der Stadtkern der Hansestadt Wismar bekanntlich zum Weltkulturerbe gehört!

Was aber der Restaurator vom Juli bis zum November 2004 alles herausfand und in seinem Bericht festhielt und uns am 08. Dezember 2004 vorstellte, ging doch über unser aller Vorstellung hinaus. Hier einige Punkte:

Das Haus bestand ursprünglich wie schon erwähnt aus drei Häusern, nämlich dem mittleren, dem östlichen und dem westlichen. In einem Wasserleitungsplan aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts werden die drei Häuser als Einzelhäuser gezeigt. Die Zuführung des Wassers erfolgte aber über das dem westlichen Haus benachbarten Haus, also nicht direkt zu einem unserer drei, später in einem Haus aufgegangenen Häuser. Unter dem westlichen Haus befindet sich ein Keller mit Kreuzrippengewölbe. Diese Art Keller gibt es zu Hunderten in Wismar.

In diesem Gewölbekeller wurde eine Wasserzuleitung bestehend aus zwei eichenen Holzrohren gefunden. Interessant, denn gemäß Wasserleitungsplan hatte dieses Haus gar keine eigene Zuleitung. Der Restaurator fand heraus, dass diese Wasserzuleitung noch in der ursprünglichen, mittelalterlichen Position aus dem 15. Jahrhundert herrührt und - sage und schreibe - seit über 500 Jahren nicht verändert wurde. Dieses ist in Wismar einmalig! Wie der Restaurator weiter feststellte, stammte nachweislich aus der Zeit auch die Kellergrundmauer. Und - wie die Universität Hamburg dann auch festgestellt hat - sind einige Dachbalken aus dem Jahre 1437.

Nächster Punkt waren die vorhandenen Brandwände und deren Durchbrüche zum westlich angrenzenden Haus. Dieses hatte, wie oben geschrieben, im 18. Jahrhundert die direkte Wasserversorgung. Wasserversorgungen erhielten zu jener Zeit vor allem die Brauereien. Aufgrund der Durchbrüche mussten also direkte Verbindungen zwischen den beiden Häusern bestanden haben. Als nun im westlichen Haus Reste von Wandmalereien gefunden wurden, lag der Schluss nahe, dass dieses Haus zu Repräsentationszwecken für die Brauerei genutzt wurde. Diese mittelalterliche Malerei ist erhalten. Sie wurde konserviert, und wir werden sie sichtbar lassen.

Nach Jahren vieler Vorbereitungen auf diesen ersehnten Augenblick konnte die Lichteinbringung mit gleichzeitiger Einweihung des nach alten Vorlagen vollständig erneuerten Tempels am 2. Oktober 2005 stattfinden.

 

Rechts im Bild: Tempel

Tempel

Der Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland Jens Oberheide brachte das Licht in den Tempel und setzte Distriktsmeister Peter Prange als den ersten Meister vom Stuhl der Loge nach 70 Jahren der Dunkelheit ein. Die Wünsche und Hoffnungen des Großmeisters und der Großloge drückten sich in den Worten aus: „Möge die Loge wachsen, blühen und gedeihen, möge sie allzeit gastfreundlich und offen für die Pflege der Freundschaft und Brüderlichkeit sein. Möge bei der Suche Lebensqualität und Sinn, die Lebensfreude nicht zu kurz kommen, und möge die Loge ein Hort des Friedens sein und bleiben. Möget Ihr in Eurem neuen Tempel eine Heimstatt finden, in der dieser Geist gedeihe."